Sicher durch den Zoll

Weltweiter Handel mit Waren ist in unserer Zeit allgegenwärtig. Ob ein grosser Konzern als Marktführer im Handel mit Montage- und Befestigungsmaterial weltweit Handwerks- und Industriebetriebe beliefert. Eine kleine Firma spezielle Klebstoffe entwickelt und in alle Welt exportiert. Oder sich Privatpersonen im Internet eine tolle Jeans aus Amerika oder ein Elektronikgerät aus Taiwan bestellen. Waren reisen selbstverständlich über Landesgrenzen hinweg. Ganz grenzenlos ist der internationale Handel jedoch nicht. Die Staaten fordern für sich ihren Anteil – zum Beispiel in Form von Zöllen.

 

Die richtige Zolltarifnummer finden, ist nicht immer leicht

Die Weltzollorganisation (WZO) schafft mit einem international harmonisierten Code-System weltweit einheitliche Richtlinien für die Zoll-Abwicklung. Die 6-stelligen Codes der rund 5’000 Warengruppen basieren auf festen Regeln und einer logischen Struktur. Sie bilden die Grundlage für die nationalen Zolltarifnummern. Jedes Produkt kann einer bestimmten Tarifnummer zugeordnet werden. Das ist manchmal einfach: Tablet-PC’s, egal welcher Marke, haben die Zolltarifnummer 8471.30. Bei einer Bohrmaschine wird es schon schwieriger – da gilt es je nach Art der Bohrmaschine zwischen 8 Tarifnummern zu unterscheiden. Auf der Suche nach der richtigen Zolltarifnummer wälzte man früher klein gedruckte dicke Bücher. Mit dem Internet geht das heute bequemer: Mit nur wenigen Klicks auf den Homepages der nationalen Zollbehörden. Komplex bleibt der Tarifnummer-Dschungel aber dennoch.

Als weitere Herausforderung kommt hinzu, dass die Codes regelmässig überarbeitet und angepasst werden. In der Regel ändern sich pro Jahr bis zu mehrere hundert Tarifnummern pro Land. Per 1. Januar 2017 beispielsweise waren es in Deutschland über 200 Tarifnummer-Änderungen; in der Schweiz betraf es mehr als 500 Zolltarifnummern.

Für Exporteure und Importeure heisst das: Tarifnummern überprüfen. Bei 5 Artikeln kein Problem, bei 20 auch nicht. Viele Unternehmen verfügen allerdings über einen weitaus grösseren Artikelstamm. Da wird die unliebsame Arbeit, die eigentlich keinen direkten Mehrwert bringt, gerne vor sich hergeschoben. Wird sich schon nicht so viel geändert haben. War ja bis jetzt immer alles in Ordnung. – Scheinbar. Der nächste Aspekt lauert in den eigenen Abläufen: Ändert sich die Zusammensetzung eines Produktes oder die Herkunft, selbst nur eines Bestandteils, wirkt sich das gegebenenfalls auf die Zolltarifnummer aus.

 

Was passiert, wenn man falsche Zolltarifnummern verwendet?

Falsch verwendete Zolltarifnummern bergen ein Risiko: Zahlt man wegen einer falschen Tarifnummer zu wenig Zollgebühren und die Zollbehörde deckt dies bei einer Kontrolle auf, zieht das eine Reihe von Konsequenzen nach sich. Der Zoll fordert die Nachzahlung aller zu wenig gezahlten Zollgebühren – bis zu 5 Jahre rückwirkend. Das können schnell mal 10’000 Euro sein, oder auch mehr. Eine Strafe von bis zu mehreren tausend Euro kommt dazu. Obendrein erhält man eine höhere Risikobewertung vom Zoll. Das heisst, man steht im Fokus der Behörden und wird genauer kontrolliert. Damit riskiert man, dass der Zoll auch mal eine Sendung stoppt, wenn etwas nicht ganz klar ist. Das ist spätestens der Zeitpunkt, wenn hektische Betriebsamkeit aufkommt.

Potential steckt im entgegengesetzten Fall: Man zahlt wegen einer falschen Zolltarifnummer zu viel Zollgebühren. Das ist dem Zoll egal. Einem selbst meistens nicht. Ist ja das eigene Geld, das vom Gewinn abgeht. Oder es ist das Geld der Kunden. Auch nicht gut. Denn Kundenzufriedenheit erhöhen, geht anders. Zu viel gezahlte Zollgebühren kann man zurückfordern, wenn man es selbst merkt. Aber das aufwendige, bürokratische Verfahren ist anstrengend, kostet Nerven und viel Zeit – die man gut für andere Aufgaben brauchen könnte.

 

Einfach und schnell auf die sichere Seite

Jedes Unternehmen, das Import oder Export betreibt, hat normalerweise einen Zollverantwortlichen benannt. In kleinen und mittelständischen Unternehmen ist das jedoch meistens ein Büromitarbeiter, dessen Hauptaufgabe die Auftragsabwicklung oder die Buchhaltung ist. Selten ist es ein Zollspezialist; die lohnen sich nur in grossen Unternehmen.

Ein einfacher, schneller und günstiger Weg zu sicheren Zollprozessen ist: Ein Mandat für die Zolltarifierung an Zollfachleute übertragen. Für die sind Zolltarifnummern ihr Tagesgeschäft. Die wissen, wann sich wo, welche Tarifnummern ändern. Bei der Kontrolle gehen sie gezielt auf diese los. So halten sich Aufwand und Kosten bei diesen Zollspezialisten in Grenzen.

Mehr Informationen zu Tarifierungen und wie Sie Ihre Zollprozesse optimieren erfahren Sie in unserem Ratgeber: „Zolloptimierung: Das vergessene Potential“.

 

 

Über Gerhard Meisterl

Gerhard Meisterl beschäftigt sich seit 25 Jahren mit dem Thema Zoll. Seine Laufbahn startete er als Zolldeklarant. Er kennt somit die Prozesse aus der Praxis von der Pike auf. Nach seiner Weiterbildung zum Exportleiter übernahm er die Führung eines 10-köpfigen Zollteams an der EU-Grenze. Seit 2013 unterstützt und berät er als Zoll-Experte die Kunden von Würth Logistics mit seinem breiten Fachwissen – von effizienten Prüfprozessen über korrekte Klassifizierung eines kritischen Produktes bis zu Präferenz- und Ursprungsregeln.

Würth International AG
Aspermontstrasse 1, CH-7004 Chur
Kontakt: +41 81 558 00 00

Eine neue Version Ihres Browsers ist verfügbar.

Ihr Browser entspricht nicht den heutigen technischen und sicherheitsrelevanten Ansprüchen, weswegen unsere Website allenfalls nicht korrekt dargestellt werden kann.

Auf der Seite «Was ist ein Browser?» können Sie sich über alternative Browser und über Aktualisierungsmöglichkeiten informieren.